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Grundriss selber planen – 10 Tipps für die Grundrissplanung

Den Grundriss des eigenen Hauses zu entwerfen, hört sich erst einmal interessant, spannend und gut an. In wenigen Schritten die Grundpfeiler für das eigene Heim anlegen. Doch ganz so einfach und unkompliziert ist das nicht. Denn entweder es liegen zu wenige Möglichkeiten zur Erstellung des Grundrisses vor, oder aber es gibt viel zu viele. Sobald Sie Ihr Traumhaus oder Ihre Traumwohnung ausgesucht haben, können Sie in den meisten Fällen einen aus zwei bis drei Grundrisse auswählen. Anders sieht das bei Architektenhäuser und Massivbauten aus. Hier gibt es einen wesentlich größeren Spielraum zur Gestaltung. Daher ist es auch möglich, mehrere Ideen des Grundrisses herzunehmen. Viele Anfänger machen zu Beginn den Fehler, dass sie die Quadratmetergröße entweder unter- oder überschätzen. Meist wird viel Wert draufgelegt, dass die Räume groß sind. Dabei sollte man sich allerdings vorher Gedanken dazu machen, welche Größen nötig und realistisch sind. Auch Baubestimmungen müssen beachtet werden. Manchmal sieht der Bebauungsplan zum Beispiel eine fest vorgeschriebene Form des Daches vor. Bevor Sie sich also Gedanken über ein Luxuszimmer mit außergewöhnlicher Dachform entscheiden, sollten Sie das abklären. Manchmal gibt es auch ganz bestimmte, festgelegte Vorgaben zur Zimmergröße. Wenn beispielsweise zwei Kinder in einem Zimmer wohnen sollen, dann sind 12 Quadratmeter Pflicht.

Unsere 10 Tipps helfen Ihnen dabei, bei Ihrem Grundriss alle wichtigen Dinge zu beachten.

Bestimmung der Fixpunkte

Dafür müssen Sie über die Bestimmungen im Bebauungsplan bewusst sein. Fragen wie „Ist eine zweite Etage erlaubt oder muss es diese sogar geben“ sollten geklärt werden. Ebenfalls, ob die Zimmer eine bestimmte Mindestgröße aufweisen müssen und ob eine spezielle Dachform vorgeschrieben ist, muss abgeklärt sein. Darüber hinaus gibt es meist weitere Fixpunkte, die in jedem Fall vorher feststehen. Beispielsweise wie viele Badezimmer oder Kinderzimmer benötigt werden. Dabei ist es erst einmal vollkommen irrelevant, ob es sich um einen geschlossenen oder einen geöffneten Grundriss handelt, oder ob es eine Wohnküche oder ein separates Esszimmer geben soll. In der ersten Phase sollen nur die Rahmenbedingungen festgehalten werden, an denen sich später nichts mehr ändert.

Grobe Raumplanung

Die Fixpunkte stehen jetzt. Nun können Sie mit der genaueren Planung des Hauses oder der Wohnung starten. Folgende Fragen spielen dabei eine Rolle:

  • Soll ein Keller vorhanden sein (wenn erlaubt)?
  • Soll der Raum unter dem Dach ausgebaut werden oder nur als Abstellraum genutzt werden?
  • Sind Gäste-WCs nötig?
  • Sollen die Stockwerke mit einer geraden Treppe oder einer Wendeltreppe verbunden werden?

Ist für das Haus kein Keller vorgesehen oder ist dieser verboten, sollten sie in die Planung einige Quadratmeter für einen kleinen Hauswirtschaftsraum berücksichtigen. In dieser Phase können Sie sich Notizen auf einem Blatt Papier machen. Hierbei geht es nur darum, sich einen groben Plan zu visualisieren. Ob die Wohnzimmerwand nun 4 Meter oder 5 Meter lang ist, ist dabei noch nicht so entscheidend.

Vorausschauend Planen

Wenn Sie Ihren Grundriss planen, sollten Sie sich auch Gedanken über die Zukunft machen. Ist ein Kinderwunsch da? Ist vielleicht schon ein Kind auf dem Weg? Bekommt jedes Kind ein eigenes Zimmer oder teilen sich zwei Kinder ein Zimmer? Wäre in dem Haus Platz für weitere Kinder? Was wird aus den Zimmern, wenn die Kinder irgendwann ausziehen? Kann das Haus auch barrierefrei umgebaut werden? Meist möchte man in seinem eigenen Haus auch alt werden können. Daher ist es wichtig, sich darüber Gedanken zu machen. Kann ein Treppenlift eingebaut werden? Könnte im Erdgeschoss ein Schlafzimmer Platz finden? Kann ich einen Büroraum im Erdgeschoss später zu einem anderen sinnvollen Raum umwandeln?

Sonne gut nutzen

Beachtet werden sollte, dass die Wege zwischen den Räumen, Etagen und Toiletten möglichst kurz sind. Ein Luxusbadezimmer ist zwar schön, aber wenn man dafür für jeden Toilettengang erst in den zweiten Stock laufen wird, ist das doch etwas unpraktisch. Machen Sie sich also vorher Gedanken, welche Räume am meisten genutzt werden. Auch die Sonne sollte eingeplant werden. Sind in der Familie meist alle aus dem Haus und kommen erst zum Abendessen wieder alle zusammen, dann ist es hilfreich, wenn das Esszimmer im Westen liegt. Dort ist es am Abend am längsten hell. Eine Morgendusche tut Ihnen immer sehr gut? Dann macht ein Bad auf der Ostseite Sinn, denn dort zeigt sich die Sonne immer zuerst. Ganz generell kann man sagen, dass sich Räume wie Küche und Wohnzimmer im Süden oder Westen sehr gut machen, Abstellkammern und Nebenräume im Norden gut aufgehoben sind, Schlafzimmer auf der Ostseite Sinn machen.

Ideen sammeln

Holen Sie sich Inspiration im Internet, in Magazinen oder bei Freunden und Bekannten. Alles was Ihnen gut gefällt, können Sie zusammentragen und sammeln. So können Sie Ihre Wunschgestaltungsmöglichkeiten am Ende kombinieren.

Grundrissplanung ist Familiensache

Ein Grundriss schafft die Basis eines neuen Zuhauses. Darin sollten sich alle wohlfühlen. Daher sollten auch alle Familienmitglieder vorher Ihre Wünsche und Vorstellungen äußern. Vielleicht lieben Sie die Dusche, Ihre Tochter will aber lieber baden. Vielleicht sind Sie ein Fan von der klassischen Einbauküche, Ihr Mann kocht aber viel lieber an einer Kochinsel. All das muss vorher besprochen und abgewogen werden.

Planungsprogramme

Grundrissplanung mit 3D-Software
Grundrissplanung mit 3D-Software
So langsam ist Ihnen bewusst, wie Ihr Grundriss aussehen soll. Jetzt ist es an der Zeit die Notizen und groben Zeichnungen konkret in einen detaillierten Plan umzusetzen. Dafür eignet sich beispielsweise das Programm HausDesigner3D. Mit der Onlinesoftware haben Sie die Möglichkeit, den gewünschten Grundriss leicht und individuell anzulegen und darüber hinaus Einrichtungsgegenstände aus einem virtuellen Katalog auszuwählen und einzusetzen. Auch Tageslicht kann simuliert und individuelle Objekte erstellt und platziert werden. So haben Sie online eine gute Übersicht darüber, wie Ihr Haus am Ende ungefähr aussehen wird.

Das Leben ist der beste Lehrer

Oft hilft es bei der Erstellung des Grundrisses, wenn man sich einem fragt, was einen an der momentanen Situation stört. Komme ich gut zu allen Räumen? Was würde ich gerne ändern? Was gefällt sehr gut und sollte übernommen werden? Gibt es Bekannte, mit besonders ansprechenden Raumaufteilungen? Die meisten Beispiele eines Hauses haben Sie gerade jetzt vor sich. Überlegen Sie also, ob die Ideen in der Realität auch geeignet und praktisch sind.

Der Außenbereich

Die Einfahrt und der Garten werden bei der Erstellung des Grundrisses oft vergessen, sie gehören aber zweifelsohne dazu. Überlegen Sie sich einen nützlichen Zugang zum Garten. Soll man über eine Tür im Wohnzimmer hinausgelangen? Oder durch den Keller? Es hilft, wenn das Wohnzimmer an den Garten grenzt. So hat man eine gute Zugangsmöglichkeit. Ist an dieser Stelle ein Badezimmer, ein Kinderzimmer oder ein Abstellraum geplant, sollte das vielleicht noch einmal überdacht werden. Beachtung sollte auch die passende Einfahrt finden. Soll eine Garage integriert werden oder ein Unterstand? Kommen oft Bekannte und Freunde zu Besuch und es wäre eine große Einfahrt mit viel Platz von Vorteil? Wie viele Autos müssen auf dem Gelände Platz finden? Könnte ein weiteres Auto oder ein Motorrad dazukommen? Über all diese Fragen sollten sie sich Gedanken machen.

Der Architekt

Nun steht der Grundriss also. Bevor es allerdings an die Umsetzung geht, muss in jedem Fall ein professioneller Architekt auf den Plan sehen. Oft kann er noch wertvolle Tipps geben. Vielleicht sind noch Dinge dabei, die Sie vergessen oder nicht bedacht haben. Der Architekt hat aber vor allem alle wichtigen Vorgaben und Regeln im Kopf. Ist der Stauraum groß genug? Sind die tragenden Wände richtig platziert? Ist das Kinderzimmer auch wirklich groß genug? Ist die Umsetzung des Luxusbadezimmers vorstellbar? Zu all dem kann der Architekt seine fachkundige Meinung abgeben. Auf einen Besuch bei Ihm, sollen Sie also unter keinen Umständen verzichten, Sie werden sich später grün und blau ärgern.