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Fertighaus oder Massivhaus – Alternativen im Test

Ist er erst einmal gefasst – der Plan, ein Eigenheim zu beziehen – stellen sich viele Fragen. Von der Wahl des Grundstücks über die Finanzierung und den Kauf der benötigten Geräte bis hin zum Minibagger mieten; Planung ist beim Hausbau ein wichtiger Faktor um Zeit und Geld zu sparen. Einer der zentralsten Aspekte, die es vor dem eigentlichen Bau zu klären gilt, ist: Massivbau oder doch lieber Fertighaus? Beide Alternativen bieten verschiedene Vor- und Nachteile, die Ihnen in diesem Artikel vorgestellt werden sollen, um Ihnen die Entscheidung, welche Bauvariante Sie wählen möchten, zu erleichtern.

Fertighäuser: Vorteile

Fertighäuser zeichnen sich durch einige entscheidende Vorteile aus. Sie sind von hoher Qualität, da die industrielle Vorfertigung der einzelnen Komponenten hohe Präzision schaff und zur besseren Planbarkeit beiträgt. Zusätzlich erhalten Bauherren meist eine Preisgarantie und ein Fertigstelldatum, das von der Firma eingehalten werden muss. Das ist auch ein weiterer Vorteil der Fertighäuser: Ihre Schnelligkeit bezüglich der Montage. Sie sind um ein vielfaches schneller gebaut als andere Häuser, sodass Sie als Bauherr rasch in Ihr Eigenheim einziehen können. In Zeiten des Klimawandels und der steigenden Wichtigkeit ökologischer Nachhaltigkeit ist auch zu erwähnen, dass Fertighäuser überwiegend aus dem natürlichen, sich erneuernden Rohstoff Holz bestehen. Der intelligente Wandaufbau zeichnet sich durch exzellente Energiespareigenschaften aus, wodurch die Umwelt geschont und nebenbei noch Geld gespart werden kann. Ein weiterer Vorteil bei der Entscheidung für ein Fertighaus ist der direkte Ansprechpartner, den Sie immer an Ihrer Seite haben.

Fertighäuser: Nachteile

Den genannten Vorteilen eines Fertighauses stehen dessen Nachteile gegenüber. Insbesondere die „Muskelhypothek“ ist hier anzuführen, was bedeutet, dass Bauherren oftmals ihre eigene „Muskelkraft“ unterschätzen. Sie möchten selbst Hand anlegen, um den Preis des Fertighauses zu reduzieren indem sie Handwerkerstunden einsparen. Die Korrektur von Fehlern wird hier oftmals zur Kostenfalle, somit ist es ratsam, nur selbst mitzubauen, wenn man gut informiert ist oder bestenfalls in dieser Branche arbeitet. Fertighäuser versprechen innerhalb weniger Tage gebaut zu sein. Zwei bis drei Tage, das prophezeien viele Anbieter. Jedoch ist dieses Versprechen mit Vorsicht zu genießen: Auch Fertighäuser sind erst nach mehreren Monaten bezugsfertig. Die zwei bis drei Tage beziehen sich meist nur auf den Rohbau. Eingeschränkte Materialwahl und Planung sind ebenfalls ein Problem, dessen es sich bewusst zu machen gilt. Das trockene Raumklima, das in dieser Art des Hausbaus oftmals herrscht, könnte für empfindliche Menschen ebenfalls zu Problemen führen. Ein weiterer Nachteil ist, dass der Wiederverkaufswert eines Fertighauses nach 30 Jahren zudem im Schnitt 10-15% niedriger als bei vergleichbaren Massivhäusern liegt.

Massivhaus: Vorteile

Die Vorteile eines Massivhauses bestehen zum einen in dem größeren Gestaltungsspielraums des Hauses. Zum anderen ist Individualität hier besonders gegeben, wodurch keine Wünsche des Bauherren offen bleiben. Im Gegensatz zum Fertighaus hat das Massivhaus ein gesundes Raumklima, da es Wasserdampf sowohl speichern als auch wieder abgeben kann. Die robusten Wände sind nicht nur exzellente Schalldämmer, sie speichern auch Wärme und sind auch extremen Wetterumständen gewachsen. Die hohe Wertbeständigkeit eines Massivhauses ist ebenfalls von Vorteil, falls dieses irgendwann verkauft werden soll. Sie verlieren im Vergleich zu Fertighäusern kaum an Wert, wodurch ein hoher Erlös erzielt werden kann.

Massivhaus: Nachteile

Die Nachteile eines Massivhauses sind zum einen die hohen Baukosten und zum anderen die lange Bauzeit. Die Baukosten übersteigen oft die eines vergleichbaren Fertighauses um ein Vielfaches, da ein höherer Planungsaufwand mit höheren Kosten für Architekten und Arbeiter einhergeht und die teureren Baumaterialien ebenso die Kosten erhöhen wie die längere Bauzeit. Von Baubeginn bis zum Einzug vergehen bei einem Massivhaus meist etwa 8 bis 10 Monate. Lange Trocknungsphasen von Beton und Mörtel verzögern die Bauarbeiten ebenso wie schlechte Wetterbedingungen.

Insgesamt bieten sowohl Fertighäuser als auch Massivhäuser verschiedene Vor- und Nachteile. Von Bedeutung bei der Entscheidung sind Ihre Präferenzen. Eine sorgfältige Recherche kann in jedem Fall eine Stütze zur Entscheidungsfindung sein. Ob Sie selbst einen Minibagger leihen und Hand anlegen oder doch lieber eine Baufirma beauftragen, sich für das Fertighaus oder das Massivhaus entscheiden – zahlreiche Blogs und Foren bieten tatkräftige Unterstützung in allen aufkommenden Fragen. Zudem bieten viele Anbieter die Möglichkeit, sich mithilfe fachkundiger Beratung selbst am Bau zu beteiligen und ermöglichen es, Baumaschinen zur Miete zu beziehen.